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Von
5. Oktober 2018

Ossip Zadkine

Bis
2. März 2019

Ossip Zadkine
Ossip Zadkine

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5. Oktober 2018 - 2. März 2019

Ossip Zadkine

Zadkine aan Zee

Wer kennt ihn nicht, diese bronzene Figur in Rotterdam mit dem Loch in seinem Körper? ‘Jan Gat’ wird er genannt, oder auch ‘Jan mit den Händchen’. Die zerstörte Stadt, wie die Skulptur eigentlich heißt, wird weltweit als eines der beeindruckendsten Denkmäler für die Opfer des Zweiten Weltkriegs angesehen. Es ist sogar so berühmt, dass viele – und das ist außergewöhnlich für eine Skulptur im öffentlichen Raum – auch den Namen des Schöpfers kennen: Zadkine. Aber wer war Zadkine? Und was hat er noch geschaffen? Die Ausstellung ‘Zadkine aan Zee’ bietet einen umfassenden Überblick über das Werk dieses Pariser Meisters der Moderne, der zusammen mit Kollegen wie Picasso, Brancusi und Lipchitz das Gesicht der westlichen Bildhauerei dauerhaft veränderte. Besondere Aufmerksamkeit gilt Zadkines inniger Verbindung zu den Niederlanden, wo seine Sammler und Auftraggeber oft auch seine Freunde waren.

 

In diesem Jahr hat das Museum Beelden aan Zee die Turing-Zuwendung von nicht weniger als €150.000 für das Ausstellungskonzept von Zadkine aan Zee erhalten. Weiterlesen.

 

Ossip Zadkine (1888-1967) zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Geboren in Witebsk in Weißrussland, ließ er sich 1910 in Paris nieder. Dort lernte er die moderne Kunst kennen, zu der er ab 1911 selbst mit primitivistischen Skulpturen aus Stein und Holz beitrug. Unter dem Einfluss des Kubismus entwickelte er Anfang der 1920er Jahre einen ganz eigenen Stil, der im Laufe der 1930er Jahre immer dynamischer und barocker wurde. Während des Zweiten Weltkriegs lebte Zadkine im Exil in den Vereinigten Staaten, wo sein Ruf nur noch wuchs. Seine expressiven Skulpturen nach 1945 zeigen die Widerstandskraft, mit der er den neuen Idealen des Europas des Wiederaufbaus eine einzigartige und zwingende Form zu geben wusste.

 

Zadkine war ein sehr origineller Künstler mit einer klaren persönlichen Vision, in der die untrennbare Verbindung zwischen Mensch und Natur im Mittelpunkt steht. Er verkörperte damit die Rolle des Orpheus, des mythologischen Dichters, der mit seiner Kunst das Böse in der Welt fernzuhalten wusste. Genau diese Bedeutung kannte Zadkine, der zwei Weltkriege erlebte, auch seiner eigenen Kunst zu. Die Ausstellung in Beelden aan Zee legt erstmals den Fokus auf diese ideologische Motivation des Bildhauers. Zadkines Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden, um mit neuen Formen auf die sich verändernde Welt um ihn herum zu reagieren, kennzeichnet ihn als einen der größten Künstler seiner Zeit.

Diese Ausstellung wird in außergewöhnlicher Zusammenarbeit mit dem Musée Zadkine de la Ville de Paris, Paris Musées, organisiert.