Von
30. Oktober 2026
Jakob Grosse-Ophoff
Bis
3. April 2027
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30. Oktober 2026
Bis
3. April 2027


30. Oktober 2026 - 3. April 2027
Jakob Grosse-Ophoff
Myself and Other Planets
Jakob Grosse-Ophoff (Oldenburg, 1991) stellt menschliche Emotionen auf spielerische und zugängliche Weise dar. Nach seiner Ausbildung zum Maschinenbauingenieur bildete er sich autodidaktisch zum Bildhauer aus. In seinen kinetischen Skulpturen fängt er humorvolle, poetische und alltägliche Momente ein, die universelle Emotionen hervorrufen. Entdecken Sie seine erste museale Einzelausstellung im Zuidzaal des Museum Beelden aan Zee vom 31. Oktober 2026 bis zum 4. April 2027.
Kuratorin: Iris van der Zee
In einer Zeit des rasanten technologischen Wandels und einer zunehmenden Fixierung auf virtuelle Perfektition kehrt Grosse-Ophoff zur Einfachheit zurück. Aus Holz und Metall, manchmal in Kombination mit Alltagsgegenständen, schafft er Skulpturen, die menschliche Gesten nachzeichnen. Diese Bewegungen werden mechanisch durch einfache Haushaltsmotoren oder Handkurbeln angetrieben. Anstatt nach anatomischem Realismus zu streben, liegt der Schwerpunkt auf der Erkennbarkeit des Ausdrucks.
Grosse-Ophoff reduziert die menschliche Figur oft auf eine einzelne Geste oder sogar auf einen Mund. Mitunter verschwindet der menschliche Körper ganz, doch seine Präsenz bleibt unverkennbar. Besucher aktivieren die Werke, indem sie einen Knopf drücken, eine Kurbel drehen oder an einem Sensor vorbeigehen. Hugger (2025) bezieht sogar den gesamten Körper ein: Lehnt man den Oberkörper gegen eine hölzerne Feder, umarmen zwei hölzerne Arme die Besucherin oder den Besucher sanft.
Sein Werk steht in der Tradition deutscher Holzbildhauer wie Stephan Balkenhol und Georg Baselitz und greift zugleich Anregungen von kinetischen Künstlern wie Jean Tinguely und Theo Jansen auf. Die aktive Rolle, die dem Publikum zukommt, erinnert zudem an die Performancekunst. In manchen Fällen ist die Lebensdauer eines Werks ebenso flüchtig wie seine Dokumentation.
Der Ausstellungstitel „Myself and Other Planets“ bezieht sich auf ein Werk aus dem Jahr 2023: ein kinetisches Sonnensystem, in dem eine anthropomorphisierte Sonne die menschenzentrierte Position im Zentrum des Universums einnimmt. Mit einem augenzwinkernden Verweis auf die heutige narzisstische Selfie-Kultur bringt der Titel zugleich den Kern von Grosse-Ophoffs künstlerischer Praxis auf den Punkt: Er untersucht, wie Menschen sich zu sich selbst und zu anderen in Beziehung setzen.
Die menschliche Interaktion steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Figuren führen Gespräche, küssen sich oder streiten. Andere Werke beschäftigen sich mit der Selbstwahrnehmung, sei es durch einen Spiegel oder durch die Inszenierung des filmischen Motivs einer Ohrfeige ins eigene Gesicht. Schließlich treten die Skulpturen in einen direkten Dialog mit dem Publikum, indem sie einen Kuss zuwerfen, eine vielsagende Handbewegung machen oder die Besuchenden sogar umarmen.
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