Wim Quist
Die Direktion und Mitarbeiter des Museums Beelden aan Zee bedauern den Verlust eines der wichtigsten niederländischen Architekten der Nachkriegszeit und sprechen der Familie und den Freunden, die ihn schmerzlich vermissen, ihr Beileid aus.
Wim Quist war mit den Gründern des Museums, Theo und Lida Scholten, befreundet und daher ihre erste und einzige Wahl, um das Gebäude des Museums Beelden aan Zee zu gestalten. 1994 wurde das Museum fertiggestellt. Quist war stolz auf die lebendige Nutzung des Museumsgebäudes - als Ausstellungs- und Arbeitsraum - und behielt stets den Überblick. Wie ein guter Hausherr ermahnte er die Mitarbeiter, ihre Räume in Ordnung zu halten. Das ist nicht umsonst, denn die Architektur des Museums Beelden aan Zee ist ein Musterbeispiel dessen, was der modernistische Architekturhistoriker Sigfried Giedion als 'räumliche Durchdringung' bezeichnet hat. Quist hat das Museumsgebäude als einen durchgehenden Raum konzipiert, in dem Außen- und Innenräume ineinander überfließen. Für ein Museum für moderne und zeitgenössische Skulptur sind museale Klimabedingungen weniger wichtig, da Skulpturen oft aus harten Materialien bestehen. Daher ist es möglich, Sonnenlicht ungefiltert und in voller Pracht in die Säle zu lassen, die Fenster zu öffnen, wenn es drinnen zu warm wird, und große Glaswände zu installieren, wo andere Architekten vielleicht eine Wand projizieren würden. Dies führt dazu, dass der Besucher ein besonderes Raumgefühl erlebt, in einem Gebäude, das im Wesentlichen in die Düne eingegraben ist. Diese zurückhaltende Virtuosität kennzeichnet den sensiblen Designer Quist. Anbauten und Veränderungen wurden später stets unter seiner Leitung und Beratung gestaltet, damit die Entwurfskernwerte des Gebäudes erhalten blieben: denken Sie an den Bau der Räume des Skulpturinstituts und des Südsaals im Jahr 2004 und der Gipsothek im Jahr 2014.
Wim Quist war dem Museum sehr zugetan: Er trat nicht nur als Architekt auf, sondern auch als Ausstellungsmacher (u.a. Himmlische Bilder aus Ost und West 2008), als Kunstspender (Krijn Giezen, Wandteppich, 1971, Leder, Textil, Inv.-Nr. 858) und als Finanzier der Bibliothek des Skulpturinstituts.
Wim Quist erreichte das Alter von 91 Jahren.




